„Es war einmal vor langer Zeit, als in Tenever noch Frösche und Störche zu Hause waren und der Wind durch hohe Bäume rauschte, da wollte Bremen plötzlich Großstadt werden und plante am östlichen Stadtrand ein schickes Demonstrativbauvorhaben...“Als schöne, neue Stadt wurde Tenever für moderne, mobile Menschen konzipiert – eine überholte Stadtutopie? Oder doch auch ein kleines Paradies? QUARTIER e.V. hat den internationalen Bewohnern des Abrisshauses Neuwiederstraße 44, Andernacher Straße 2, ihre Inseln des Glücks hinter den starren Fassaden entlockt. Was ist passiert in den 33 Jahren, zwischen Erstbezug und dem letzten Auszug 2007: Kinder wurden geboren, Feste gefeiert, es gibt Geschichten über Tauben, Fahrstühle, Gegensprechanlagen, dunkle Treppenhäuser und tolle Aussichten, neue Nachbarn, neue Freunde, fremde Sprachen, die wie Musik klingen, und, und, und.
Sämtliche Fragmente werden mit einem künstlerisch-technischem Rahmen verknüpft. Das gesammelte Material wird bühnengerecht aufbereitet. Künstler studieren mit den Bewohnern Tenevers Szenen ein. Verschiedene Objekte und Teile eines Bühnenbildes werden mit ihnen erarbeitet. Texte werden zu Liedern vertont. Gedankensplitter in einem Tanz choreographiert. Beamer projizieren Bilder und Filme auf großgezogene Leinwände, ganze Balkonreihen fügen sich durch Lichtinstallationen zusammen.
Vor seinem Abriss steht das Hochhaus im Rampenlicht: Jedes Fenster, jeder Balkon wird zu einer überdimensional vertikalen Bühne. Und unten, im zweiten Stock im rechten Flügel, wird erzählt wie das Märchen begann, und wie das Märchen weitergeht...
Unterstützt wird das Projekt von der Gewoba, WIN-Mitteln, und dem Senator für Kultur.
Samstag, der 30. September, Hinterhof Neuwieder Straße 44/Andernacher Straße 2, 20 Uhr, kostenloser Eintritt.